Weizenwampe

Ist das nicht ein schöner Titel für ein Buch? Aber ich habe es nicht deshalb gekauft, sondern weil mir ein befreundeter Arzt so begeistert davon erzählt hatte. Seine 11 kg Gewichtsverlust innerhalb von 6 Wochen unterstrichen dabei sein Begeisterung. Neben dem Gewichtsverlust wäre außerdem seine Haut viel besser geworden und er fühlte sich insgesamt viel wacher, seit er auf Weizenprodukte verzichte. Jetzt hatte ich angefangen die Ohren zu spitzen. Bessere Haut? Wie das? Ich kaufte also das Buch und habe es auch recht zügig gelesen.

Fazit: Ich habe schon einige Ernährungsbücher gelesen, die bestimmte Lebensmittel verteufeln und einem durch das Weglassen den Schlank-schön-und-gesund-Himmel auf Erden versprechen. Hier habe ich allerdings einige interessante und meines Erachtens auch plausible Thesen gelesen, die mich dazu bewogen, einen Selbstversuch zu starten.

Kurz zum Inhalt: Das Buch beschreibt die negativen Auswirkungen einer Ernährung, die sich bei Getreideprodukten in der Hauptsache auf durch gezielte Züchtung optimierten Weizen stützt. Dieser moderne Weizen macht – neben der bekannten Glutenunverträglichkeit – dick (daher der reisserische Titel), abhängig, alt, sauer, und schädigt unter anderem Herz, Hirn und Haut. Puh! Wenn man das liest glaubt man an ein Umweltgift, aber nicht an Weizen.

Ich habe weder ein Gewichtsproblem noch eine Glutenunverträglichkeit, aber solange ich denken kann Akne wie ein Teenager. Außerdem wirkt sich Weizen durch seinen hohen Glykämischen Index negativ auf den Blutzuckerspiegel aus. Auch ein Thema, das mir mitunter zu schaffen macht.

Also – Selbstversuch. Ich bin ein Mensch klarer Entscheidungen und habe kurzerhand erstmal alle Sättigungsbeilagen gestrichen und den Speiseplan auf Obst/Gemüse/Fleisch/Fisch/Eier/Milchprodukte reduziert. Der geneigte Leser weiß ja, dass ich Zucker durch den Umstieg auf Xucker bzw. Xucker light bereits weitgehend aus meinem Speiseplan entfernt habe. Beide Produkte sind im übrigen blutzuckerneutral.

Heute ist Tag 19 meines Versuchs. Inzwischen habe ich auch schon wieder einige kohlehydrathaltigere Produkte mit günstigem Glykämischen Index zugefügt, die ich gesondert als meine Ernährungschampions vorstellen werde. Aber Weizen ist vorerst ade. Warum?

1) Mein Hautbild hat sich tatsächlich erheblich gebessert. Wo ich früher spätestens am Nachmittag im Gesicht geglänzt hatte wie eine kleine Speckschwarte, bleibt heute die Haut angenehm trocken, ohne zu spannen. Und ohne zusätzliche Mittelchen.

2) Ich habe keine Blutzuckerschwankungen mehr. Das bedeutet zum einen, dass mir jeglicher Heißhunger auf Süßes oder sonstiges ungesundes Zeug abhanden gekommen ist, zum anderen kenne ich keine Unterzuckerung mehr. Das Problem hatte ich beispielsweise dann, wenn ich nachmittags ein Stück Kuchen oder irgendeinen süßen Snack gegessen hatte und prompt drei Stunden später auf dem Kreislauf-Zahnfleisch kroch. Momentan esse ich dreimal am Tag und bin satt über viele Stunden, ohne Unterzucker und Zwischensnack-Heißhunger.

Wie erklärt sich das? Laut Buch besteht Weizenkohlehydrat in der Hauptsache aus sehr leicht verdaulichen komplexen Kohlehydraten, die den Blutzucker stark ansteigen lassen. Die durch die Blutzuckerschwankungen ausgelöste erhöhte Insulinausschüttung sorgt dann dafür, dass die Talgproduktion und das Hautwachstum angekurbelt werden. Resultat ist dann Akne. Und außerdem sorgt das ganze für einen achterbahnartigen Blutzuckerspiegel, der zu diesen typischen Unterzuckersymptomen und Heißhunger führt, und im übrigen die Fetteinlagerung fördert.

Ich bin gerade ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis und mache mich gerade auf die Suche nach alternativen Produkten, deren glykämischer Index (Maß für die Einflussnahme auf den Blutzuckerspiegel) niedriger ist als bei Weizen. Und da gibt es einiges, was auch viel interessanter schmeckt als Nudeln und gesunde Inhaltsstoffe hat. Davon aber an späterer Stelle mehr. Ich werde berichten.


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