Olivenöl Teil 6 – Wie soll das Kind denn heissen?

Schon als ich mir nach dem ersten Zusammentreffen mit Konstantine Gedanken zu einer möglichen Geschäftsidee machte, wollte ich dem Ganzen einen Namen geben. Etwas, was mein Streben nach einer achtsamen Lebensweise, die Rückbesinnung auf mich im Hier und Jetzt beschrieb, und gleichzeitig auch als Firmenname für das Olivenöl funktionieren könnte. Ich wollte einen Namen haben, mit dem ich mein Geschäftskonzept recht generisch umschreiben konnte, da ich ja noch nicht genauer wusste, wie das aussehen würde.

Ich las während meines Urlaubs die erste Ausgabe der Flow (ich liebe diese Zeitschrift sehr und kann sie nur empfehlen!), worin sich als Beilage ein Notizbuch befand. Hier fing ich an, meinen Laden zu beschreiben. Was würde es zu kaufen geben, wie groß sollte er sein und wie eingerichtet, welche Events würde ich veranstalten? Zu Anfang war ich noch davon überzeugt, mit einem physischen Laden anzufangen, bevor ich beschloss, dass ein virtueller Start meinem Geldbeutel und meiner Risikoaversion sehr viel dienlicher war.

Und dann ging es an die Namensfindung. Ich hatte mir einige Schlagworte notiert: Olivenöl, Lebensart, Slow Food, Lebensgefühl, Achtsamkeit. Ich habe damit Tante google befragt und mich Schritt für Schritt weitergehangelt, bis ich letztendlich auf den italienischen Ausdruck “ritardo” gestoßen bin – Verzögerung, Verspätung, Verlangsamung. Das gefiel mir auf Anhieb. Und mein Pseudonym war auch sofort gefunden – ritardonna. Nachdem der Begriff als Marke / Firma noch nicht besetzt schien und auch die deutsche Domain noch frei war, war der Name für mich gesetzt. Und ein erster Verwendungszweck war auch gleich gefunden – ich meldete mich als ritardonna bei Instagram an und begann zu fotografieren, meine Bilder zu posten, und mir somit meinen ersten Schritt in neuem Kleide im Internet zu machen. Als dann später nach dem Öltest klar war, dass ich das Olivenöl tatsächlich verkaufen wollte, habe ich im Mai noch schnell die beiden Domains ritardo.de und ritardo.eu reserviert. Somit stand der spätere Firmenname fest.

Ich will – Lustkauf im Supermarkt

Ich beschäftige mich nun schon seit einigen Wochen intensiv damit, herauszufinden was ich wirklich will. In den verschiedensten Situationen besinne ich mich dabei auf mich selbst und frage mich “Was willst Du gerade?” Eine für mich sehr einschneidende Erfahrung hatte ich interessanterweise im Supermarkt.

Mir ist klar geworden, dass ich wohl schon mein ganzes Leben lang immer nur eingekauft hatte, was gesund, kalorienarm, gerade notwendig, oder im Angebot war. Oder ich benötigte ganz bestimmte Dinge für ein Rezept, oder mein Partner wollte etwas. Ich ging nicht ungern einkaufen, aber von Spaß kann man dabei nicht reden.

Ich ging also kürzlich eines Abends in den Edeka um die Ecke, stellte mich in den Laden und sagte zu mir: “Du kannst den ganzen Laden kaufen, wenn Du möchtest. Aber was davon willst Du?”

Ich überlegte, ziemlich lange. Ich wußte es nicht. Die Situation überforderte mich total. Ich bin 20 Minuten mit meinem leeren Einkaufssäckchen durch die Regale gewandert und habe nichts genommen. Und noch mal, und noch mal. Wie wäre es damit? Nö, keine Lust zu kochen. Oder damit? Hm, nö, kein Bock drauf.

Irgendwann wanderten dann die ersten Dinge in mein Täschchen, ohne Plan, aus dem Bauch, Lustprinzip. Hier das Ergebnis: ein Töpfchen Fleischsalat, eine Dose Baked Beans, griechischer Joghurt, Bergkäse, eine Billig-Keksmischung, Tomaten und Mozzarella, 2 Vollkornsemmeln. Und mir ging es richtig gut dabei. Nicht dass ich daraus etwas hätte kochen können, aber das war egal. Ich habe das erste Mal nach gusto Lebensmittel eingekauft und fühlte mich wunderbar.

Als ich am nächsten Tag einem Freund davon erzählte, bekam ich die trockene Antwort “So hab ich in meiner Studentenzeit eingekauft. Nix passt zusammen, aber alles ist für sich total lecker”.

Inzwischen bin ich süchtig nach dieser Art des Einkaufens. Ich nehme mir bewusst ausreichend Zeit, um durch die Regale zu streifen und mich immer wieder zu fragen “Hab ich da Lust drauf?” Natürlich habe ich immer noch einen Einkaufszettel mit den Dingen, die nachgekauft werden müssen, aber ansonsten lasse ich mich komplett von meinem Bauch leiten – und das ist echt klasse.

Olivenöl Teil 5 – Extra nativ?

Als ich “meine” beiden Sorten Olivenöl endlich in Händen hielt, wurde schleunigst ein Treffen mit dem Leiter der Informationsgemeinschaft Olivenöl vereinbart. Seine Idee war, dass das Öl zunächst nur einem Geschmackstest unterzogen wird, um festzustellen, ob die grundsätzliche Verarbeitungsqualität stimme. Eine detailliertere chemische Analyse würde dann erst mit dem Öl gemacht, dass ich dann auch wirklich verkaufen möchte. Das würde mich alles erstmal nichts kosten – sehr zuvorkommend!

Mit zwei Flaschen Olivenöl im Gepäck bin ich dann also eines Nachmittags im Mai gen Wessling gedüst. Das “Labor” entpuppte sich als ein mit hunderten von Olivenölflaschen vollgestopfter, fensterloser Schuppen. Aber ich war unglaublich beeindruckt, da ich die gängigen Marken der größeren Discounter und Supermärkte schnell erkannte. Ich hatte hier anscheinend DEN Olivenöltester in Deutschland mehr oder weniger direkt vor der Haustür (Gesetz der Anziehung!). Hier ein Bild einer Seite des Raumes.

Ölregal

Bei der Gelegenheit habe ich einiges über den Olivenöl-Geschmackstest gelernt. Grundsätzlich läuft es sehr ähnlich einer Weindegustation ab. Man bekommt ein geeignetes Glas mit Öl von ca. 28° und prüft das Öl in Geruch und Geschmack. Das Glas ist interessanterweise blau eingefärbt, damit die Ölfarbe den Prüfer nicht beeinflusst.

Testglas

Fazit: Obwohl der “Jahrgang” 2013 in Kalamata ob des Wetters nicht besonders gut war, ist die Verarbeitungsqualität sehr gut. Ich durfte auch mal probieren, aber irgendwie bin ich da nicht so begabt was die Identifikation von bestimmten Geschmacksrichtungen angeht. Das kann ich beim Wein auch nicht – schmeckt (Riesling) oder schmeckt nicht (Chardonnay), da bin ich simpel gestrickt. 😉

Zum Vergleich konnte ich dann noch ein Olivenöl aus der gleichen Gegend und gleichem Jahrgang zum Test probieren, was von der Verarbeitungsqualität deutlich schlechter war. Fischiger Geruch – bäh. Da war ich überzeugt. Mein Konstantine macht Olivenöl mit Herz.

Mein Entschluss war gefasst. Ich wollte das Olivenöl in Deutschland vertreiben und so meinen langgehegten Traum von der eigenen Firma verwirklichen. Aber was wären dann die nächsten Schritte? Ich fragte einfach den Leiter. Und er gab mir die Adresse einer Ölmühle, die Öle in Kleinstmengen abfüllen kann.

Zucker, Xucker, oder Xucker light?

Nach der Vorstellung von Konjakmehl als zumindest Teil-Ersatz normalen Mehls, möchte ich heute etwas zum Zuckerersatzstoff meiner Wahl schreiben: Xucker und Xucker light.

xucker

Ich hatte vor einigen Monaten in einer Fitnesszeitschrift über Xucker gelesen. Nachdem ich herkömmliche Süßstoffe und auch Stevia geschmacklich nicht ausstehen kann, trotzdem beim Süßen aber auf Kalorien achten möchte, wollte ich natürlich den süßen Stoff gleich ausprobieren. Wer mehr darüber lesen möchte, findet hier eine nützliche Informationsquelle: https://www.xucker.de/wissenswertes/ – Hier gibt es im Übrigen auch einen guten Onlineshop.

Xucker heißt so, weil es aus Xylit gemacht ist – Birkenzucker. Der Süßstoff wird also aus Holz und nicht aus Zuckerrüben gemacht. Xylit enthält ca. 40 % weniger Kalorien als normaler Zucker und hat zwei Vorteile: Zum einen ist es zahnpflegend, zum anderen beeinflusst es nicht den Insulinspiegel. Und schmecken tuts auch.

Xucker light besteht aus Erythrit (einem Zuckeralkohol), ist quasi kalorienfrei und ebenfalls blutzuckerneutral. Es hat ungefähr 70% der Süßkraft von normalem Zucker. Ich nutze Xucker light im Kaffee und habe es auch schon zum Backen verwendet (Rezept folgt noch!). Empfohlen wird hier eine Xucker/Xucker light Mischung im Verhältnis 1:1. Ich habe es aber auch schon pur zum Backen verwendet. Das ist aber Geschmacksache. Erythrit hat einen leicht metallischen Geschmack, Xylit schmeckt für mich wie normaler Zucker mit weniger Süßkraft. Mich stört es nicht, am Besten aber selbst ausprobieren. Ich kann beide Ersatzstoffe nur empfehlen. Möchte man nicht auf Süße verzichten, ist der Lecker-ohne-Reue-Zuckerersatz sehr zu empfehlen.

Der Xucker-Onlineshop ist im Übrigen sehr gut. Ich habe neben dem puren Stoff bereits den Ketchup und Schokolade probiert. Beides lecker. Probiert es einfach mal aus!

Olivenöl Teil 4 – Auf verschlungenen Pfaden nach Deutschland

Ich bat also Konstantine, mir von jeder Olivenölsorte einen Dreiviertel Liter zu schicken. Ich dachte dabei an eine einfache Lieferung per Post, doch Konstantine wollte das Paket lieber einem griechischen Lastwagenfahrer mitgeben, der mit anderen Gütern auf dem Weg nach Deutschland war. Das wäre günstiger…

So wartete ich. Nichts geschah. Wochenlang. Langsam wurde ich ungeduldig.

Irgendwann rief eine griechische Nummer auf meinem Mobiltelefon an. Am anderen Ende eine (zum Glück!) deutsch sprechende Frau, die mir mitteilte, dass sich ein Fahrer in den nächsten Tagen in Deutschland bei einer Autobahnraststätte mit mir zur Ölübergabe treffen wollte. Ich kam mir vor wie in einem schlechten Krimi. Ich sollte 50 Euro mitbringen, dann würde ich das Öl bekommen. Ein Treffpunkt wurde vereinbart, eine Autobahnraststätte an der A8 Nähe Dachau. Der Fahrer würde mich morgens per SMS über den genauen Zeitpunkt informieren.

Am Tag der geplanten Übergabe bin ich in Erwartung der SMS sehr früh aufgewacht – zeitgleich traf die Nachricht ein. Der Fahrer würde eine Stunde auf mich warten und dann weiterfahren. Eile war also geboten. Waschen, anziehen, ins Auto, los! Natürlich jede Menge Berufsverkehr und ich voll im Zeitstress. Zwischendrin immer per SMS, dass ich unterwegs sei und der Fahrer ja nicht weiterfahren sollte. 10 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt war ich da. Vom Lastwagen wußte ich nur die Marke und eine Nummer. Aber es war um halb sieben morgens nicht allzu viel los, so fanden wir uns. Ich hab nach der Übergabe sofort in das Paket geschaut, weil ich mir irgendwie nicht so sicher war, ob ich da wirklich Olivenöl bekommen hatte….aber es war so. Ich hatte sogar zwei Flaschen pro Sorte bekommen. Der Test konnte also erfolgen. Und mir war klar, dass ich – sofern das in irgendeiner Weise mit dem Olivenölhandel klappen sollte – definitiv ein deutsches Unternehmen für den Transport beauftragen würde…

 

 

Terrassen-Topfpflanzen überwintern

Nachdem die ersten beiden Winter in Schondorf zweimal alle Topfpflanzen inklusive nicht ganz billiger Bäume dahingerafft hatten, war ich im dritten Winter schlauer – dachte ich. Alle Pflanzen wurden im Herbst entweder im Keller oder im Hausflur untergebracht. Mit dem Ergebnis, dass die Pflanzen im Keller in Ermangelung ausreichenden Lichts wie kleine chlorophyllose Zombies aussahen, und die Pflanze im Hausflur im Winter blühte – sehr toll. Ein grüner Daumen sieht anders aus.

Der vierte Winter sollte nun die Wende bringen, für Geldbeutel und Gärtnerinnen-Selbstbewusstsein.

Auf den Fürstenfelder Gartentagen 2013 (http://www.fuerstenfelder-gartentage.de, sehr zu empfehlen!) fand sich die Lösung – eine mobile Orangerie von Florino (http://www.florino-online.de). Zugegeben, das Zelt ist nicht ganz billig, aber bei den Beträgen, die ich vorher jedes Frühjahr in neue Pflanzen investieren musste, machte sich das allemal bezahlt. Fazit: im letzten Winter haben alle Pflanzen überlebt!

Heute war es nun wieder soweit. Trotz spätsommerlicher Temperaturen hatte ich mich entschlossen, das Zelt am 01. November aufzubauen. Zumindest die empfindlicheren Zeitgenossen, wie mein Zitronenbäumchen, sollten vor dem baldigen ersten Frost eine schützende Heimat bekommen. Anbei nun ein paar Bildchen vom Aufbau auf der sonnigen Terrasse. Der Aufbau hat ca. 1,5 Stunden gedauert.

Der Bausatz besteht aus einer Bodenfolie, Styropor für die Isolation des Bodens, eine Zeltfolie, und das Gestänge des Zelts. Natürlich noch ein Haufen Schrauben, Werkzeug braucht man aber keins.

Erstmal die Bodenfolie in Position gebracht und die Styroporteile so hingelegt, wie sie später in der Folie platziert werden.

2_bodenfolie3_bodenstyropor

Danach werden die Zeltstangen zusammengeschraubt und in den Zeltecken fixiert. Mit drei Stangen kann man schon das Dachstück aufsetzen.

7_zweistangen10_bogeninarbeit  Sind alle Stangen aufgestellt, kommt der kniffligste Teil, das Überstülpen der Folie. Die hat ein ganz schönes Gewicht, aber ich habe es grad noch so allein mit viel Gezerre hinbekommen.

12_foliestart13_folieanfang

Ist die Folie in Position wird sie an den Stangen fixiert und mit dem Boden über Reissverschlüsse verbunden. Voilà – fertig!

16_reissverschluss17_zeltleer

Das Pflanzenpensionat für die nächsten Monate ist bezugsfertig.

18_zeltgefuellt

Olivenöl Teil 3 – Analyselabor gesucht

…ich wollte also wissen, was ich da eigentlich in Händen hielt. Ist das ein “gutes” Olivenöl? Lohnt sich der Vertrieb in Deutschland? Es ist ja nicht so, dass es hier nicht Unmengen an wirklich guten Olivenölen zu kaufen gäbe….

Es war also wieder Zeit für eine Internet-Recherche. Gibt man “Olivenöl Analyse” in Tante google ein, kommen gleich zu Anfang die gängigen Institute Fresenius und Eurofin – sehr professionell, bekannt und etabliert, und bestimmt auch sehr teuer (Achtung, Vorurteil!). Aber das hat mich irgendwie nicht angesprochen und ich habe weitergesucht. Und jetzt kommt wieder das Gesetz der Anziehung ins Spiel, sorry, aber das zieht sich einfach durch meine letzten Monate.

Nur einige Positionen weiter unten in der Suchergebnisliste erschien ein Eintrag der Informationsgemeinschaft Olivenöl, das hat mich angesprochen. Ich fand die Inhalte der Seite ziemlich seriös und überzeugend. Und als ich am Seitenende die Adresse sah, bin ich fast vom Stuhl gefallen: Wessling ist grad mal 16 km von meinem Wohnort entfernt. Ich sah das natürlich als Zeichen und es war mir klar, dass ich nur dort den Test machen lassen wollte. Ich habe also sofort angerufen. Tage später hab ich dann auch endlich jemanden erreicht und erfahren, dass ich von beiden Sorten einen Dreiviertel Liter für eine chemische Analyse und den Paneltest benötige. Oje, woher nehmen wenn nicht stehlen? Ich hatte ja nur eine Ölsorte, und davon nicht mal einen halben Liter. Ich brauchte also Nachschub…

Ich will ein Bauchmensch sein!

Als mir vor einigen Wochen meine Osteopathin mitteilte, dass ich ein als Kopfmensch erzogener Bauchmensch sei, war ich nicht nur bis ins Mark erschüttert, sondern es wurden mir einige Dinge meines bisherigen Lebens endlich verständlich. Ich war bis dahin felsenfest davon überzeugt ein Kopfmensch zu sein. Warum? Weil ich mich mit Zahlen wohl fühle, strukturiert und diszipliniert bin und gut organisieren kann? Aber was sagt das schon?

Seit ich weiß dass ich ein Bauchmensch bin, geht es mir richtig gut. Ich habe das Gefühl, bei mir angekommen zu sein. Ich weiß jetzt, warum ich bei den unpassendsten Gelegenheiten plötzlich weinen muss, wenn nur grad das richtige Lied läuft oder ein Bild, eine Szene oder ein Satz in mir eine bestimmte Saite in Schwingung versetzt. Warum ich vieles, völlig intuitiv ohne Anleitung, richtig bedienen oder lösen kann, wo andere mit Verstand scheitern.

Mit diesem Wissen kann ich endlich Entscheidungen guten Gewissens aus dem Bauch heraus treffen, ohne den Drang alles durchdenken zu müssen. Und bisher hat es hervorragend funktioniert. Ich gehe nicht davon aus, dass das immer so bleibt, aber ich bin unglaublich entspannt und zufrieden damit.

Und ich lasse es jetzt auch zu, nicht alles gleich wegräumen zu müssen (ok, ich lebe allein…), bin auch mal unstrukturiert und vergesslich, zuhause herrscht das kreative Chaos. Ich lasse diese Kreativität und meine Intuition zu und fange nicht von vorn herein gleich mit dem Zweifel an meinen Fähigkeiten an. Ich gehe Schritt für Schritt mit dem Glauben dass sich alles fügen wird, ohne alle möglichen Optionen zu Ende gedacht zu haben. Und diese Offenheit führt genau dazu – es fügt sich. Bestes Beispiel ist meine Olivenöl Geschichte.

Das einzige was mich umtreibt ist die Frage, warum ich da nicht selbst und schon viel früher draufgekommen bin. Ich denke es hat mit dem “Funktionieren” aus meinem ersten Beitrag zu tun. Ich war nicht bei mir, nicht achtsam genug. Das versuche ich jetzt. Und ich kann nur jedem empfehlen das gleiche zu tun. Ich will ein Bauchmensch sein!

Was ist denn bitte Konjakmehl?

Langsam wird es Zeit, auch einen Beitrag in der Rubrik “Meine Küche” zu veröffentlichen. Bevor ich allerdings mit dem ersten Lecker-ohne-Reue-Rezept um die Ecke komme, möchte ich auf einige später verwendete Ingredienzen näher zu sprechen kommen.

Hier geht es heute um Konjakmehl. Noch nie gehört? Vielleicht aber schon mal von Shirataki-Nudeln aus dem Asiashop? So bin ich jedenfalls auf das Mehl gestoßen. Ich las etwas über kohlenhydratfreie Nudeln und fand das nicht nur interessant, sondern musste natürlich gleich einen Selbstversuch starten. Ich bin von den Nudeln ziemlich begeistert, wenn sie auch frisch aus der Packung (in Flüssigkeit als kleine Nudelpäckchen) ein wenig fischig riechen. Das gibt sich aber nach dem Spülen. In Wok-Gerichten oder auch als gebratene Nudeln sind die kleinen Würmchen echt lecker, als Pasta-Ersatz in der mediterranen Küche eher Geschmacksache. Sie haben jedenfalls keine Kalorien. Aber eigentlich wollte ich ja über Konjakmehl schreiben…

Auf der Suche nach einem Weizenmehl-Ersatz beim Backen habe ich nach der Nudelerfahrung gleich an dieses Mehl gedacht und Tante google befragt. Natürlich kann man auch das bei Amazon kaufen. Leider ist es etwas teuer (250g kosten über 10 Euro), aber das Mehl ist dermaßen ergiebig, da lohnt sich der Kauf. Hier meine Wahl.

7_Konjak

Die Verpackung verspricht eine 200fache (!) Quellwirkung. Recherchiert man etwas bzgl. der Verwendung, wird es meist nur zum Eindicken verwendet, über Backen mit Konjakmehl habe ich nichts gefunden. Aber genau das weckt natürlich meinen Forschergeist. Zunächst ein optischer Vergleichstest mit Weizenmehl (links im Bild).

8_Mehlvergleich

Konjakmehl erinnert ein wenig an Spätzlemehl, da etwas gröber als das Weizenmehl Typ 405. Zum Quelltest nehme man je ein Gramm Mehl und gieße dann sechs Gramm Wasser dazu. Anbei das sofortige Ergebnis.

9_Mehl_mit_Wasser

Hier sieht man gleich, wie extrem die Quellwirkung des Konjakmehl gegenüber Weizenmehl ist. Ich habe im übrigen das Ergebnis in eine größere Schüssel gegeben und nochmals mehrere Esslöffel Wasser zugefügt – auch das wurde durch das Mehl komplett eingedickt! Geschmacklich ist Konjakmehl meines Erachtens weitgehend neutral, ein leicht fischiger Geschmack ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Ich empfand das aber nicht als störend.

Für meine späteren Backversuche muss ich nun die Erfahrungen aus dem Quellexperiment entsprechend berücksichtigen. Dazu aber später mehr…..

Olivenöl Teil 2 – eine Idee wird geboren

Mit zwei Fläschchen Olivenöl und einem Glas in Öl eingelegten Oliven im Gepäck ging es zurück nach Deutschland. Gleich am Ankunftsabend wurde das Öl einem blinden Geschmackstest unterzogen, zusammen mit anderen mitgebrachten Ölen und dem, was schon zuhause im Schrank stand.

Fazit: Bestimmt ein gutes Öl, aber für meinen Geschmack eigentlich zu herb. Dazu muss man wissen, dass gerade dieses herbe, grüne Olivenöl wohl das klassische, von den Griechen bevorzugte ist. Ich mag es trotzdem lieber milder und war daher nicht sooooo begeistert. Ehrlich wie ich bin hab ich das Kostas auch so geschrieben, woraufhin ich erfuhr, dass es noch eine mildere Sorte gibt, diese aber in viel kleinerer Menge produziert wird. Oho! Natürlich wollte ich nun auch das andere Öl haben. Längst hatte ich in meinem Kopf die Idee geboren, hier in Deutschland mit den beiden Ölen meinen Start in die schon lange erträumte Selbständigkeit zu starten.

Aber wie anfangen? Ich hatte ja weder von Olivenöl im Speziellen, noch von Lebensmittelhandel im Allgemeinen irgendeine Ahnung. Und darüber hinaus wollte ich natürlich so wenig wie möglich Geld aufs Spiel setzen. Ich hatte nicht die geringste Idee, wie ich anfangen sollte. Ich hatte daher einfach mal anhand der späteren Prozesskette, also über den Import, angefangen zu recherchieren. Das war eine sehr einfache Übung, da innerhalb der EU Zölle keine Rolle spielen. Der Zoll hat mich mit seiner Antwort (nach dem Gesetz der Anziehung) aber zumindest auf den nächsten Gedanken gebracht. Dass ich mich nämlich mit “lebensmitteltechnischen Richtlinien” auseinandersetzen sollte.

Ich habe dann versucht, mich durch den Wust an EU-Richtlinien zu Olivenöl zu kämpfen, was Sitzfleisch voraussetzt. Man findet dort in der Hauptsache Vorgaben bzgl. der Etikettierung, was mich auf den nächsten Klärungspunkt brachte: Was für eine Qualität haben denn eigentlich meine Öle?