Auftrag 9: Das rosa “Wolken”-Cape

Mohair, Mohair, und wieder Mohair. Diesmal in rosa und darüber hinaus zweifädig gestrickt. Das macht das Cape zu einer richtigen Kuschelwolke, braucht aber auch 10 Knäuel. Luftig leicht ist es mit insgesamt 150g Gewicht aber immer noch. Obwohl quadratisch gestrickt, bedingt das Muster, dass das Cape am Ende eine Rautenform hat und so sehr schön drapiert werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei einer Länge von ca. 200 cm kann man sich aussuchen, ob es eher einfach um die Schulter gelegt wird, oder doch wie ein Schal Hals uns Schulterbereich umschmeichelt 🙂

  

Auftrag 7: Das Wellen-Cape

Und wieder die kid-seta von Schulana, jetzt in weiß und Petrol. ich habe jeweils drei Knäuel für das Cape verstrickt. An der breitesten Stelle ist das Cape 170 cm lang. Die Dreiecke sind abwechselnd in zweifarbigem Patent (die senkrechten Streifen) und einfach im Farbwechsel kraus rechts gestrickt. 150g schwer und extrem kuschelig.

Die Vorlage stammt aus dem Buch “Tücher stricken”. Man startet ganz klein von der Spitze weg….

…und wird dann von Musterwechsel zu Musterwechsel immer breiter.

Wie gesagt, extrem kuschelig als Schal!

 Ganz schöne Fläche…

Kräuterwanderung – Frühlingswildkräuter

Ich hatte an anderer Stelle schon einmal meine Begeisterung für Kräuter erwähnt, ein Grund, warum ich auf meinem Balkon der Kräuterfraktion auch immer einen großen Platz einräume. Aber auch außerhalb des heimischen Balkons gibt es je nach Jahreszeit eine Menge nicht nur leckerer, sondern auch extrem gesunder Kräuter, die direkt am Wegesrand wachsen. Die meisten davon haben so viele Inhaltsstoffe, dass man das meiste Blattgemüse aus dem Laden getrost stehen lassen könnte!

Nachdem ich so gut wie gar keine Wildkräuter erkennen kann, geschweige denn weiß, wie und wofür sie verwendet werden können, habe ich kürzlich an einer geführten Kräuterwanderung teilgenommen. Wanderung ist dabei eigentlich zu viel gesagt. Wie haben innerhalb von 100m Wiesenweg (nahe Ammersee) schon so viele Kräuter gefunden, dass wir nicht weit gelaufen sind. Informativ war das aber in jedem Fall. Daher möchte ich hier mein neues Wissen gerne teilen.

Los geht es mit dem Gänsefingerkraut (Bild 1) bzw. dem kriechenden Fingerkraut mit fünf Blättern, wie eine Hand (leider etwas unscharf). Beide Pflanzen beinhalten viele Gerbstoffe und sind daher gut bei Beschwerden von Magen und Darm. Außerdem wirkt die Pflanze entzündungshemmend. Genossen werden kann sie z. B. als Tee oder auch als Beigabe im Salat.
Zusatzinfo von Wikipedia.org: Hilfreich bei Durchfall, Blutungen und Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Außerdem bei Wadenkrämpfen, sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen.

 

 

 

 

 

 

Direkt daneben wächst gleich das nächste, sehr wertvolle,Wildkraut: die Brennnessel (leider ohne Bild, aber die kennt wirklich jedes Kind). Ich wusste ja, dass diese Pflanze essbar ist und ich schätze auch den Tee, dass sie aber Unmengen an wertvollen Inhaltsstoffen hat, war mir neu. Sie hat z. B. einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, sowie Vitamin A und C, und Eisen! Außerdem enthält sie sehr viel Eiweiß. Also rein in die Handschuhe und raus zum Sammeln. Nach kurzem Blanchieren der jungen Blatttriebe muss man sich auch um die Brennhaare keine Gedanken mehr machen. Super gesunde Alternative zu Spinat!

Das nächste Kraut ist nicht minder bemerkenswert, wenn auch von vielen als Unkraut verschrieen – der Giersch. Nachdem es einige sehr ähnliche, aber leider giftige Nachbarn gibt, ist es wichtig, die Merkmale des Giersch zu kennen. Er hat einen dreikantigen Stängel, eine dreigeteilte Blätterstaude mit jeweils drei Blättern. Also alles drei, drei, drei! Schmecken tut er saulecker und kann als Alternative zu Petersilie verwendet werden. Außerdem kann man ihn zu Pesto verarbeiten oder auch milchsauer einlegen (siehe meinen Blogeintrag unter meiner Küche). Man verwendet in der Hauptsache die jungen Blätter, gerne auch als Spinatersatz. Giersch gilt als Gichtkraut und soll gegen Rheuma und Arthritis, krampflösend, entgiftend und blutreinigend wirken.

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes kommt das Wiesenlabkraut. Zu erkennen ist es an den nadelförmigen Blättern am Stielanfang, verwendet werden aber in der Hauptsache die Blüten, sowohl für süße und saure Speisen. Das gelbe Labkraut ist zwar gesünder und gilt als Heilkraut, das Wiesenlabkraut schmeckt aber sehr lecker und sieht auch gut auf Speisen aus.

Das nächste Kraut sieht dem Giersch bzgl. des Blütenstandes sehr ähnlich, an den feinen Blättern (heißt auch Tausendblatt) ist die Schafgarbe aber deutlich zu erkennen. Die Pflanze gilt als Wundkraut und hilft bei Magenproblemen. Den Namen hat es daher, dass auch Schafe bei Magenbeschwerden das Kraut fressen. Man verwendet vorwiegend die Blüten, z. B. als Tee.

Die nächste Pflanze ist wieder weithin bekannt, der Wiesenklee. Schon als Kind habe ich immer an den süßen Blütenblättern gesaugt. Es werden auch in der Tat nur die Blütenblätter verwendet, sie machen optisch und geschmacklich im Salat einiges her. Neu für mich war, dass die Pflanze einen östrogenähnlichen Stoff beinhaltet und daher gerne in den Wechseljahren als Tee Anwendung findet.

Für mich völlig neu ist der Wiesenbärenklau. Der Name kommt von den großen, klauenartigen Blättern. Gehackt findet er Verwendung in Suppen und Salat, und ist sehr aromatisch. Man nennt ihn auch Wiesenrhabarber (siehe das zweite Bild mit dem Stengel). Es kann die ganze Pflanze verwendet werden.

 

 

 

 

 

 

Sowohl der Breitwegerich als auch der Spitzwegerich sind am Wegesrand und in den Wiesen häufig zu finden. Selbst ich kenne die Pflanze als wirksam gegen Entzündungen, Mückenstichen und Sonnenbrand, sie kann aber auch als Hustentee verwendet werden. Am Besten wird dazu ein Kaltauszug gemacht, d. h. zerkleinern und für ca. 2 Stunden in kaltem Wasser einlegen.


 

 

 

Das Gänseblümchen ist nicht nur hübsch, sondern wirkt auch entgiftend bzw. entschlackend. Es kann roh im Salat oder auch als Tee verwendet werden.

Gleiches gilt auch für den Löwenzahn. Er ist auch als Gallenkraut bekannt und wirkt verdauungsfördernd. Verwendet werden dazu vor allem die Blätter, roh im Salat oder auch als Tee.

Momentan noch unscheinbar ist das Johanniskraut, das später im Jahr schön gelb blüht. Erkennbar ist es auch an den kleinen Löchern in den Blättern, die man sieht wenn man das Blatt gegen die Sonne hält. Bekannt ist die Pflanze vor allem als Antidepressivum, in Öl eingelegt kann es aber auch gegen Verbrennung und Mückenstiche verwendet werden. Es werden dabei nur die Blüten verwendet. Wikipedia hat hier einiges mehr zu sagen, am Besten mal direkt nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Johanniskraut

Der Nelkenwurz war mir dem Namen nach nicht bekannt, die Pflanze kannte ich aber. Hier sind die Blätter und auch die Wurzeln essbar. Wie der Name schon sagt, hat das Kraut einen leichten Nelkengeschmack.

Als letztes möchte ich noch die Knoblauchsrauke vorstellen. Hier werden die Blätter verwendet, die gemäß dem Namen einen leichten Knoblauchgeschmack haben – sehr lecker im Salat.

 

 

Feines Mohair-Westchen

Tatsächlich hab ich auch mal Zeit, was für mich zu stricken. Die Kid-Seta von Schulana ist dafür schon was ganz Feines. Gerade mal 25g pro Knäuel, habe ich für das Westchen gut 4 davon verstrickt. Also ein Hauch von nichts. Und trotzdem aufgrund der Kuscheligkeit extrem warm. Ein Traum.

Auftrag 6: Segelclub Schondorf Mützchen

Ist schon ein wenig her, aber ich wollte meine ersten Strick-/Stickversuche nicht unterschlagen. Nachdem das Stricken von Schriftzügen irgendwann an seine Grenzen stößt, habe ich mich bei folgendem Auftrag für eine gestickte Variante entschieden. Nicht nur, dass man viel feinere Muster anbringen kann, es geht auf flotter von der Hand 🙂

Wie bei den Ammersee Mützen wurde hier eine feine Merinowolle verstrickt. Basisfarbe wollweiß, für das Logo des Schondorfer Segelclubs noch rot und dunkelblau.

Die Basis des wimpelförmigen Logos habe ich gestrickt…

…die Details habe ich mit Kettenstich gestickt.

Am Ende noch die Initialen hinten drauf, ebenfalls mit Kettenstich.

Mein Bio-Balkongarten 2017 – Vorbereitung

Dieses Jahr bin ich geduldig gewesen. Man ist ja lernfähig. Also, keine Anzucht im Winter, keine Balkonarbeiten, die dann in Regen und Schnee untergehen. Statt dessen stilles Leiden ob des verwahrlosten Balkons. Neidisches Beobachten der Nachbarn, die schon vor Wochen den Garten aufgehübscht hatten.

Und ich hatte wohl Recht behalten. Nachdem ich noch vor drei Tagen im Schneegestöber Laufen war, habe ich mir selbst auf die Schulter geklopft und mich zu meiner Geduld beglückwünscht. Aber heute was Schluss. Am ersten Mai muss es in Süddeutschland möglich sein, Kräuter und Gemüse auf dem Balkon auszusäen, basta.

Mit Genuss habe ich jedes einzelne Saattütchen in die Hand genommen und entschieden, wo was reinkommt. Und in diesem Jahr gibt es eine Neuerung. Ich verwende den Inhalt meines Bokashi-Eimers als Dünger und mische das fermentierte Irgendwas unter meine Vorjahreserde. Ich bin gespannt, ob sich damit nun überhaupt was tut 🙂

Hier ein Beispiel für den trostlosen Balkon-Zustand, anhand meines Hochbeetes

Alte Pflanzen raus, Erde aufgelockert, ein wenig Bokashi Inhalt rein, Samen von Pflücksalat und Mangold angesät und alles schön anfeuchten. Zum Thema Bokashi mach ich vielleicht mal einen eigenen Blogeintrag, ansonsten findet der geneigte Leser dazu einiges im Internet.

Gleiches habe ich dann mit allen anderen Pflanzgefäßen gemacht. Der “Rüben-Eimer” hat mich dabei mit zwei Spätzünder Pastinaken überrascht, die ich heute gleich verarbeite bzw. bereits habe. Das Grün kann man essen (schmeckt lecker!) und ist heute Mittag bereits im Salat gelandet, die Rübe kommt in mein Curry heute Abend.

Im Rüben-Eimer wurden Pastinake, Möhre und rote Bete angesägt. In zwei weiteren Pflanzsäcken Kohlrabi und Spinat. Darüber hinaus habe ich in diesem Jahr die Balkonkästen mit Abflusslöchern versehen, so dass das Regenwasser auch abfließen kann. Dort sind diverse Kräutersaaten reingewandert bzw. der letztjährige Schnittlauch und Estragon hatten überlebt und wurden neu getopft.

Für die Nachtschattler und ein paar Exoten habe ich mit Anzuchterde und Eierkartons ein kleines Anzuchtbeet geschaffen. Als Nachtschattler sind dort Tomate, Chili, Paprika und Aubergine gesät. Darüber hinaus einige Experimente in Form von Hokkaido, Okra, und Kaki und dann noch Bohne und Erbse. Schön hell und außerhalb der Katzenzone am Fenster platziert.

Bleibt zu hoffen, dass der Winter nun endgültig vorbei ist und dann auch mein Balkon bald das Auge erfreut. Ich freue mich jedenfalls schon heute auf frisches Gemüse aus eigenem Anbau!

 

 

Mein Schweizer Jakobsweg – Weltreise im Kopf

Ich bin wieder da. Nach 11 Tagesetappen, 270 Kilometern, unzähligen Höhenmetern, und durch 7 Kantone per pedes sitze ich mit sonnenverbranntem Gesicht, lädierter großer Zehe, aber sehr entspannt und zufrieden vor meinem Rechner und versuche meine Erfahrungen in Worte zu fassen.

Die Überschrift dieses Blogs hatte ich bereits während der ersten Pilgertage festgelegt. Schon unglaublich, wie schnell der Kopf raus ist aus dem Alltagsleben, wenn man den ganzen Tag zu Fuß allein unterwegs ist. Wie viele neue Eindrücke man sammelt, wenn man jeden Tag an einem anderen Ort ankommt, und immer wieder neue Menschen und Geschichten kennenlernt. Und die waren allesamt beeindruckend.

Auf dem Schwabenweg: Von Konstanz nach Tobel

Am Karfreitag ging es los. Aufstehen kurz vor fünf, alles zusammenpacken (der Rucksack hatte 7 Kilo) und los zum Zug. Rein nach München und um 7:15 Uhr mit dem vollbesetzten (!) Flixbus nach Konstanz. Auf die Minute pünktlich um 10:50 Uhr angekommen und gleich los auf die erste Etappe. Ich war anfänglich ziemlich aufgeregt, da ich keine Ahnung hatte, ob meine Kondition ausreichend wäre und ob ich den Weg finden würde. Beim ersten großen Wegweiser bin ich dann auch gleich mal falsch abgebogen (obwohl der wirklich eindeutig war), und habe mir bestimmt eine halbe Stunde extra eingehandelt, danach hatte ich aber das Prinzip verstanden.

Zum Glück war das Wetter noch gut, und der erste Tag war auch nicht allzu anspruchsvoll, trotzdem war ich froh und ziemlich geschafft, als ich bei meiner ersten privaten Unterkunft in Tobel im Thurgau ankam. Auspacken, duschen, kurz ausruhen, Abendessen im nahegelegenen Gasthof “Bahnhof”. Das Essen war besser als der Name vermuten lässt. Man merkt aber auch gleich, dass man in der Schweiz ist. Teuer!
Nach dem Essen passierte nicht mehr viel. Zu müde macht so ein Wandertag. Immerhin war ich am ersten Tag bereits 24 km und knappe 6 Stunden unterwegs.

Das Frühstück bei den Herbergsleuten war ein Highlight. Über eine Stunde ging es viel um Politik, insbesondere der Vergleich Schweiz – Deutschland. Ich erfuhr, dass der Gastgeber dreimal im Jahr mit einem Hilfstransport nach Osteuropa unterwegs ist, und lernte etwas über die Bio-Zertifizierung “Knospe Suisse”. Es gab selbstgemachte Marmelade, eigenes Brot, und himmlischen Schweizer Käse.

Von Tobel nach Steg

Gut gestärkt, und meiner Kondition nun sicherer, ging es auf die zweite, schon etwas anspruchsvollere Etappe. Bei strahlendem Sonnenschein ging ich los. Die ersten drei Stunden waren noch relativ moderat, aber dann musste ich über das Hörnli mit einem Anstieg von ca. 500 Höhenmetern. Zudem wurde das Wetter am Karsamstag zunehmend schlechter und es fing leicht an zu regnen. Bis Steg im Kanton Zürich war ich dann insgesamt sieben Stunden unterwegs und ließ mich gerne am Bahnhof von meinen Herbergsleuten abholen, da das Quartier nicht nur außerhalb, sondern auch oben auf dem Berg lag. Abendessen war daher auch inklusive und vorwiegend aus hauseigener Produktion. Die Schweiz ist in den ländlichen Gebieten mit Bauernhöfen jeglicher Größe gespickt. Oft haben die Leute zwar einen Beruf, aber ein paar Hühner, Ziegen oder Schafe hat fast jeder.
Der Beruf war in diesem Falle Steuerberater. Daher durfte ich einen Einblick in das komplizierte Steuersystem aus Bundes-, Kantonal-, und Gemeindesteuern erhalten. Es gibt sehr viele Steuerberater in der Schweiz….

Von Steg nach Rapperswill-Jona

Regen am nächsten Morgen. Sehr langes Frühstück mit vergeblicher Hoffnung auf Wetterbesserung. Regen den ganzen Ostersonntag. Da hält auch die beste Regenjacke irgendwann nicht mehr dicht. Wie auch auf dem Münchner Jakobsweg braucht es wohl immer einen Tag, an dem ich so richtig durch und durch nass werde. Zum Glück war es nicht sehr kalt und die Strecke die kürzeste der ganzen Reise. Mitbekommen habe ich von der Gegend am heutigen Tage nicht viel. Es ging nur um ankommen. So war ich dann auch schon um halb vier am Ziel, nach “kurzen” vier Stunden. Da hatte ich dann auch keine Lust mehr auf ausgehen und hab einfach meine restliche Wegzehrung aufgebraucht. Die sehr nette Herbergsmutter schenkte mir dann noch ein Glas Weißwein ein, und der Tag nahm ein versöhnliches Ende.

Von Rapperswill nach Einsiedeln

Kein Regen am nächsten Morgen. Es war zwar noch etwas trübe, aber trocken. So konnte ich mich nach leckerem Schweizer Käse Frühstück (davon hab ich echt jede Menge verdrückt) von der touristischen Schönheit der Stadt am Zürichsee überzeugen. Gut gelaunt ging es zu Fuß auf einem beeindruckenden Holzsteg über den See, wo gleich darauf wieder ein ordentlicher Anstieg von ca. 500 Höhenmetern auf den Etzel anstand. Oben angekommen pfiff ordentlich der Wind, immerhin war ich auf knapp 1000 m, und das Wetter wurde leider wieder schlechter. Leichter Nieselregen begleitete mich daher den restlichen Weg auf der Hochebene bis Einsiedeln im Kanton Schwyz. Hier erwartete mich ein weiteres Highlight. In dieser christlichen Klosterstadt übernachtete ich doch tatsächlich bei einem Zen-Mönch. Nach eigenen Aussagen ist er der einzige in ganz Europa, der eine 10jährige Ausbildung in Japan gemacht hat: Klosterjahre, Wanderjahre, und Jahre mit seinem Meister. Umso überraschter war ich von seiner Normalität. Marcel hatte nicht nur Frau und Kind, es gab Rotwein (Amarone!) und Fleisch zum Abendessen. Auf meine leichte Verwirrung hin bekam ich zur Antwort, dass es keinerlei Beschränkungen bzgl. der Nahrung gäbe. Es gibt nur eine Regel – man darf nichts ablehnen, was man als Bettelmönch geschenkt bekommt. Daher darf auch alles gegessen werden. Das, und viele weitere interessante Dinge durfte ich erfahren, bevor wir dann nach dem Essen zusammen meditierten. Ich durfte mit einem echten Zen-Mönch meditieren! Und ich hab jetzt den coolsten Pilgerstempel überhaupt in meinem Pilgerpass.

Von Einsiedeln nach Brunnen

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war der Blick aus dem Fenster kein Spaß – alles weiß. Über Nacht hatte es einige Zentimeter Neuschnee gegeben. Und ich musste heute über das Haggenegg auf 1400 m! Aber zumindest riss die Wolkendecke nach den ersten zwei Stunden auf, so dass mein Aufstieg zwar im Tiefschnee, aber bei Sonnenschein erfolgte. Irgendwie war das auch cool, so einsam den Weg nach oben zu spuren. Allein war ich im übrigen fast immer. So früh im Jahr sind die Pilger in der Schweiz noch nicht unterwegs (und spätestens jetzt wußte ich auch warum).
Der Abstieg war fast noch anstrengender als der Aufstieg. Ich musste ganze 1000 Höhenmeter wieder hinunter, dort erwartete mich aber im Sonnenschein ein wunderschöner Ort Schwyz, der dem Kanton seinen Namen gibt und quasi die Urschweiz darstellt. Von dort war es noch eine gute Stunde bis Brunnen am Vierwaldstätter See, wo ich diesmal in einem Hotel übernachtete.

 

Von Brunnen über Luzern nach Werthenstein

In Brunnen endet der Schwabenweg. Weiter kommt man nun in zwei Varianten. Entweder von Brunnen weiter durch die Innerschweiz und das Berner Oberland, oder von Luzern aus auf dem gleichnamigen Luzerner Weg. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Es ging also zunächst eine gute Stunde mit der Bahn bis nach Luzern. Auf der Strecke setzte wieder Schneegestöber ein und begleitete mich auch auf meinem Aufstieg aus der im Tal gelegenen Stadt. Bis Kriens ging alles gut, dort aber wurde ich durch einige Baustellen verwirrt und bin erst mal eine halbe Stunde in die falsche Richtung gelaufen. Und die musste dann ich auch wieder zurück. So wurde der Weg unfreiwillig länger und länger. Dazu Sonne, Wolken, Graupelschauer, ein Aprilwetter wie aus dem Bilderbuch. Ich verfluchte nicht nur einmal meine Dummheit, denn der Weg wollte einfach nicht enden. Schließlich kam ich aber doch irgendwann in Werthenstein an, wo am Ende noch einmal ein ordentlicher Aufstieg zum Kloster auf mich wartete, bevor ich wieder im Tal zum zweiten Mal in einem Gasthof einkehrte. Dass das dann nur 24 km gewesen sein sollten konnte ich fast nicht glauben.

 

Von Werthenstein nach Huttwil

Am nächsten Morgen sah das Wetter zunächst noch trübe aus, schnell kam aber wieder oben auf dem Berg die Sonne heraus und es versprach ein sonniger Frühlingstag zu werden. Eine sehr lange Tour stand auf dem Programm, die allerdings nur wenige Höhenmeter aufwies und daher sehr angenehm zu laufen war. Am Ziel nach 30 km in Huttwil erwartete mich dann unerwartet das Pilgerparadies. Eine 72jährige italienische Mamma begrüßte mich wortreich und drängte mich nach Erfassen meiner eiskalten Hände in die hauseigene Sauna (naja, es gab wenig Gegenwehr). Inzwischen bereitete die gute Seele allerhand Leckereien für mich. Ich musste viele selbstgemachte Speisen probieren, eine leckerer als die andere (selbstgemachtes Chilipesto, eingelegter Blumenkohl in Knoblauch-Minze-Kapern-Sud, hmmmmmm), immer begleitet von einem Schwall Italo-Schwizerdütsch, das für meine Ohren nur schwer verständlich war. Es war ein wunderbarer Abend, an dem ich mit dickem Bauch zufrieden ins Bett gefallen bin.
Die Unterkunft war im übrigen reiner Zufall. Ich hatte eigentlich eine andere Bleibe ausgesucht, nachdem dort aber voll war, hatte mich die Dame an diese Adresse verwiesen. Vielen Dank!!!

Von Huttwill nach Burgdorf

Ähnlich dem Abendessen war auch am Frühstückstisch wieder probieren angesagt. So war ich sehr gut gestärkt, mit frisch gewaschenen Klamotten, und einer Tafel Huttwiler Schokolade im Gepäck auf einer kürzeren Etappe nach Burgdorf unterwegs. Erst nach vielen Umarmungen und dem Versprechen wiederzukommen, durfte ich losziehen. Diesmal bei schönstem Frühlingswetter, das sich nun endlich durchgesetzt hatte. Ein wunderschöner Wandertag mit einigem Auf und Ab, alles in allem ein sehr abwechslungsreicher Weg. In meiner nächsten Unterkunft kam ich dann auch entsprechend früh an und konnte mich vor dem Abendessen ausgiebig ausruhen (Mittags viel wegen Überfüllung aus 🙂 )

Von Burgdorf nach Wabern bei Bern

Die nächste Etappe begann wieder bei strahlendem Sonnenschein. Burgdorf ist ein wunderschönes Städtchen mit einer schönen Altstadt, in der im übrigen der Herr Pestalozzi seine Bildungsideen ausgearbeitet hat. Die Strecke ging danach dreimal ordentlich rauf und runter, so dass ich schon einigermaßen geschafft in Gümligen, dem eigentlichen Etappenziel ankam. Da ich dort aber keine Bleibe gefunden hatte, musste ich in einem anderen Vorort von Bern, in Wabern, buchen. Leider war mir nicht klar, dass das weitere zwei Stunden Weg bedeutete. Ich lief und lief und kam gefühlt nicht näher. Irgendwann fragte ich in meiner Verzweiflung einen sympathisch wirkenden jungen Mann nach dem weiteren Weg, der sich dann im Gespräch als bekennender Bayern München Fan entpuppte und mich fast bis vor die Haustür meiner Unterkunft brachte. So war der Rest des Weges eine kurzweilige Angelegenheit. Und meine Unterkunft war sehr schön. Ich hatte ein Zimmer mit eigenem Bad in einem alten Haus an der Aare und sehr freundliche Gastgeber.

Von Wabern bis Schwarzenburg

Nachdem ich die zwei Stunden Umweg am nächsten Morgen nicht nochmal laufen wollte, entschloss ich mich zu einer kleinen Abkürzung und testete den Schweizer Busnahverkehr. Dabei sparte ich mir nicht nur ein paar Kilometer, sondern vor allem gut 200 Höhenmeter. Der Rest des Weges war zwar weiterhin durch zahlreiche Aufstiege gekennzeichnet, aber trotzdem um einiges kräftesparender als geplant. Dadurch konnte ich mir auch ein wenig mehr Zeit lassen und kam ganz entspannt in meiner letzten Unterkunft, einem süßen Gartenhäuschen mit Holzofen und Blick ins Grüne, an. Zum Abendessen musste ich zwar wieder ca. 1 km laufen, das war an dem herrlichen Sonnen-Sonntag aber kein Problem mehr.

Von Schwarzenburg nach Fribourg und ab nach Hause

Die letzte Etappe hatte ich so gewählt, dass ich zwar noch einige Kilometer zu wandern, aber noch genug Zeit hatte, mich in Fribourg ein wenig umzuschauen, bevor mich der Flixbus wieder nach München zurückbrachte. Es ging schon gegen neun Uhr morgens los, so dass ich entspannten Schrittes am frühen Nachmittag die Kantonshauptstadt erreichte. Fribourg ist zwar offiziell zweisprachig, aber eigentlich merkt man an jeder Ecke die Nähe zu Frankreich. Schwarzenburg war noch auf deutschsprachigem Gebiet, und meine Herbergsmutter meinte, dass es eine ziemlich starke Trennung gibt, da sich durch die Sprache auch die Mentalität ändert. So gehen die meisten Menschen dort zum Arbeiten oder Einkaufen auch nach Bern, obwohl Fribourg näher liegt. In Fribourg kommt man mit deutsch nicht mehr weit. Beim Versuch, meine letzten Franken in Schweizer Käse anzulegen, musste ich mein noch rudimentäres Französisch ordentlich bemühen, um Erfolg zu haben. Letztendlich kam ich aber beladen mit einigen Leckerlies für mich und meine geschätzte Catsitterin rechtzeitig an der Busstation (die musste ich allerdings etwas suchen) an, von wo der Bus dann pünktlich um 16:10 Uhr gen München abfuhr. Alles hatte perfekt geklappt, Anreise, Etappen, Übernachtungen, Abreise. Keine größeren Verletzungen, keine irgendwie gearteten Probleme, viele sehr freundliche und interessante Menschen, und eine unvergleichlich schöne Schweizer Landschaft. Und der Käse…….

Glücklich über das Erreichte fuhr ich nach Hause. Selbst die 1,5 Stunden Verspätung bis München waren da mehr als egal. Mein Auto wartete ja brav am Bahnhof und brachte mich spät abends wieder zurück zu meinen Katzen, die mich schon sehnsüchtig erwarteten. 270 km in den Beinen, eine Weltreise im Kopf.

Schweizer Jakobsweg – Etappenplanung

So werde ich nun zum Wiederholungstäter. Nach dem Münchner Jakobsweg im letzten Jahr folgt dieses Jahr die Pilgerreise durch die Schweiz. Am Karfreitag geht es los. Ähnlich wie in Deutschland, gibt es auch jetzt mehrere Möglichkeiten, das Land Richtung Spanien (naja, erst mal Frankreich) zu durchqueren.

Ich habe meine Wanderung unter Zuhilfenahme der Bücher “Jakobswege Schweiz” von Renate Florl, “Der Schweizer Jakobsweg” von Monika Hanna, sowie der Website www.jakobsweg.ch geplant. Die Übernachtungen stammen alle von der Website, sehr zu empfehlen.

Ich starte in Konstanz und beende meine Reise zehn Tage später in Fribourg, südlich von Bern. Damit schaffe ich nicht ganz die komplette Schweizer Strecke, ich möchte mich aber auf elf Etappen beschränken und gehe daher nicht bis Genf. Täglich werden es im Schnitt 25 – 30 km sein, was mich zwischen 5 und 8 Stunden pro Tag in Bewegung halten sollte. Spannend ist die Tatsache, dass ich teilweise einiges an Höhenmeter überwinden muss – die Schweiz ist bekanntlich sehr bergig!

Meine Übernachtungen sind alle vorbestellt und meist bei Privatleuten. Nicht vergessen – genügend Franken einpacken!

Tag 1 – Freitag, 14.04.: Von Konstanz bis Tobel (27 km, ca. 6,5 h, 551 M. ü. M.)
Wie komme ich nach Konstanz? Ich werde erstmals Flixbus testen. Die Direktverbindung ist schnell und preiswert und gegenüber der Bahn unschlagbar. Am späten Vormittag schlage ich dort auf und begebe mich gleich auf die erste Etappe bis Tobel, wo ich privat übernachte.

Tag 2 – Samstag 15.04.: Von Tobel bis Steg (26 km, ca. 8 h, 1122 M. ü. M.)
Hier kommt gleich die erste recht sportliche Tour, zumal die Steigung ziemlich am Ende der Etappe ansteht. Auch in Steg wohne ich privat. Es wurde mir telefonisch bereits ein Shuttle für die letzten 5 km angeboten. Scheint wohl wirklich anstrengend zu sein…..

Tag 3 – Sonntag 16.04.: Von Steg bis Rapperswill (22 km, ca. 5:40 h, 820 M. ü. M. )
Am Sonntag dann eher was zum Erholen. Anfangs ein wenig bergauf, geht es die meiste Zeit bergab. So sollte der Ostersonntag besinnlich von statten gehen.

Tag 4 – Montag 17.04.: Von Rapperswill bis Einsiedeln (16 km, ca. 04:50 h, 947 M. ü. M.)
Sieht ja ganz gemütlich aus, 16 km müsste easy sein. Ich habe allerdings gleich zu Anfang eine ganz fiese Steigung zu absolvieren, daher ist die geplante Reisezeit realistisch bemessen. Und am Ostermontag will ich ja auch nicht hetzen! Besonders schön ist, dass ich während der Etappe den Zürichsee überquere, was zu Fuß möglich ist, da  es seit 2000 einen 841 m langen Pilgersteg aus Eichenholz gibt. Da freue ich mich sehr auf die Aussicht. In Einsiedeln wohne ich im “Eremita Zen Haus”, klingt spannend.

Tag 5 – Dienstag 18.04.: Von Einsiedeln bis Brunnen (26 km, ca. 7 h, 1413 M. ü. M.)
Die erste Hälfte der Tagestour hat wieder geschmeidige 500 Höhenmeter, danach geht es aber kontinuierlich bergab. In Brunnen hat es dann meinen ersten Hotel Aufenthalt, beim “Ochsen”.

Tag 6 – Mittwoch 19.04.: Von Brunnen über Luzern nach Werthenstein (21 km, ca. 5:45 h, 631 M. ü. M.)
Die Hälfte der Reise ist um! In Brunnen steige ich zunächst in den Zug nach Luzern, bevor ich weiter pilgere. Für nicht Ortskundige, ich bin dann an meinem dritten Gewässer, dem Vierwaldstättersee. Das Höhenprofil ist sehr human, übernachtet wird in Werthenstein wieder in einem Hotel, “Emme”.

Tag 7 – Donnerstag 20.04.: Von Werthenstein nach Huttwill (30 km, ca. 8 h, 739 M. ü. M.)
Das ist meine längste Tour, die Höhenmeter sind aber sehr moderat. In Huttwill wohne ich wieder privat.

Tag 8 – Freitag 21.04.: Von Huttwill bis Burgdorf (23 km, ca. 6:30 h, 863 M. ü. M.)
Schönes Türchen durch die Zentralschweiz mit wenig Höhenmetern mit privatem Domizil.

Tag 9 – Samstag 22.04.: Von Burgdorf nach Wabern (bei Bern) (24 km, ca. 7:40 h, 853 M. ü. M. )
Ich komme während dieser Tour knapp an Bern vorbei, evtl. kann ich abends was von der Stadt sehen, erfahrungsgemäß geht es aber früh ins private Bett. Da muss ich wohl nochmal hin.

Tag 10 – Sonntag 23.04.: Von Wabern nach Schwarzenburg (30 km,  ca. 8 h, 979 M. ü. M.)
Die vorletzte Tour ist lang, aber die Höhenmeter entspannt. Ich bin wahrscheinlich schon ziemlich geschafft, wird also spannend. Meine letzte Nacht bin ich auch wieder privat eingemietet.

Tag 11 – Montag 24.04.: Von Schwarzenburg über Fribourg nach Hause (20 km, 5 h, 801 M. ü. M.)
Von Schwarzenburg sind es ca. 5 Stunden bis Fribourg, wo ich am späteren Nachmittag wieder in einen Flixbus einsteigen werde. Gegen 22 Uhr bin ich dann in München und per Bahn geht es nach Hause. Gut dass ich dann die Restwoche noch Urlaub habe, da kann ich mich dann wieder erholen 🙂

Von guten Vorsätzen und deren Umsetzung

Na, meine lieben Leser, wie war Euer 2017 bisher? Gute Vorsätze gemacht? Und, haben die den Januar überlebt?

Auf Nachfragen erzählen mir die meisten meiner Freunde und Bekannten heute, dass sie gar keine Vorsätze mehr machen. Man hält sich ja eh nicht dran. Und bringen tut’s auch nix. Denn wichtiger wäre es ja, seine Lebensgewohnheiten grundsätzlich zu hinterfragen, und nicht nur halbherzig an einzelnen Schräubchen zu drehen. Und da wird es anstrengend….

Irgendwie gebe ich meinen Freunden schon recht. Und irgendwie aber auch nicht. Für mich ist so ein Jahresanfang schon ein Zeitpunkt, an dem nicht nur das Jahr von neuem beginnt.

Schon allein von Berufswegen starten viele Dinge neu. Neue Zielformulierungen werden mit den Mitarbeitern vereinbart, bei mir speziell beginnt ein neues Haushaltsjahr, und irgendwie ist zum Jahreswechsel bei allen erst mal ordentlich Schwung drin.

Deshalb bin ich immer noch jemand, der sich zwar keine guten Vorsätze formuliert, aber einige wenige Ziele setzt. So auch in diesem Jahr. Für 2017 habe ich mir daher zwei Ziele vorgenommen.

  1. Ich werde die nächste Etappe des Jakobswegs gehen, diesmal den Schweizer Weg vom Bodensee zum Genfer See. Und das allein zieht schon einiges an Themen nach sich, die umgesetzt werden wollen.
    1. Ich muss fit genug sein, um täglich an die 30 km gehen zu können. Nach meiner letzten Pilgerreise bin ich die letzten 12 Monate zu einem rechten Couch-Potato geworden. Daher gibt es hier Handlungsbedarf. Mein konkreter Plan: Im Januar habe ich wieder angefangen, auf meinem Arbeitsweg eine S-Bahn-Station früher auszusteigen (bzw. später einzusteigen) und den Weg dazwischen zu Fuß zu gehen. Auch in der Mittagspause sollte es nach der Kältewelle wieder auf einen Spaziergang nach draußen gehen. Jetzt für den Februar habe ich wieder einen Schrittzähler aktiviert und nehme mir an 5 von 7 Tagen 10.000 Schritte vor. Der März soll dann der Monat sein, in dem ich wieder anfange regelmäßig Nordic Walking zu betreiben, und Mitte April geht es dann los. Soweit der Plan.
    2. Genf liegt bekanntlich in der französischen Schweiz. Nachdem ich plane, privat zu wohnen, sollte ich zumindest rudimentär des Französischen mächtig sein. Mein Schul-Französisch ist sehr rostig, daher habe ich mir vorgenommen, das wieder zu reaktivieren. Ich habe mir dazu schon einige Podcasts und Vokabel-Apps geladen und lerne meist morgens ein paar Wörter bzw. höre bei meinen Spaziergängen z. B. französische Nachrichten. Morgen höre ich mir dann noch ein Webinar an zum Thema “Eine Sprache in acht Wochen lernen”. Bon!
  2. Mein zweites Ziel ist die berufliche Umorientierung. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr risiko-avers bin, erwartet also nicht, dass ich meinen Job hinschmeiße und aussteige. Weit gefehlt. Aber den ersten Schritt in eine neue Richtung habe ich bereits getan.
    1. Ich habe meinen Gleitzeitvertrag gekündigt. Meine Überstunden gehören also jetzt wieder mir. Das heißt zwar weniger Geld, aber dafür den ein oder anderen freien Tag mehr für mich.
    2. Ich habe mich für die Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker für Psychotherapie angemeldet. Der Kurs beginnt im April und die Prüfung ist im Oktober. Ich träume momentan davon, meinen Job auf 4 Tage zu verkürzen, und zum Einstieg einen Tag zu “praktizieren”. Ich würde dabei sehr gerne in Richtung der Behandlung von Essstörungen gehen. Zur Einstimmung hab ich mir schon ein dickes Buch gekauft und höre täglich Podcasts zum Thema Psychotherapie.

Warum erzähle ich das alles? Das weiß ich selbst nicht so recht. Vielleicht weil ich selbst so begeistert bin. Weil ich gerade merke, wie toll es sich anfühlt, wenn man sich Ziele setzt, deren Umsetzung einen begeistert. Und das ist – denke ich – der Schlüssel für die guten Vorsätze, oder vielmehr das Leben an sich. Wenn mich ein Thema nicht begeistert, dann hilft auch kein guter Vorsatz. Wenn ich keinen konkreten persönlichen (ideellen) Nutzen von etwas habe, tu ich mir schon extrem schwer, dabei zu bleiben. Daher war ich z. B. auch schon dreimal in einem Fitnessstudio (Anmeldung immer im Januar!) angemeldet und nach wenigen Wochen wieder raus. Ich kann nichts anfangen mit “ich nehme mir vor, jetzt wieder zweimal die Woche laufen zu gehen”. Sehr wohl motiviert mich aber der besagte Jakobsweg und die damit notwendige Vorbereitung. Was ich damit sagen möchte ist, dass jeder, der bisher immer daran gescheitert ist, seine Vorsätze längerfristig zu manifestieren, keine Niete ist, sondern eventuell einfach der Sinn bzw. der konkrete Wunsch dahinter gefehlt hatte.

Ich hoffe, ich habe den ein oder anderen wieder motiviert, sich Neues vorzunehmen. Das Leben bietet unendlich viele Möglichkeiten und ist viel zu spannend, um einfach jedes Jahr so weiter zu machen wie im letzten Jahr. Bleibt also neugierig!

P.S.: Ich würde mich hier explizit sehr über Feedback in Form von Kommentaren freuen.