Von guten Vorsätzen und deren Umsetzung

Na, meine lieben Leser, wie war Euer 2017 bisher? Gute Vorsätze gemacht? Und, haben die den Januar überlebt?

Auf Nachfragen erzählen mir die meisten meiner Freunde und Bekannten heute, dass sie gar keine Vorsätze mehr machen. Man hält sich ja eh nicht dran. Und bringen tut’s auch nix. Denn wichtiger wäre es ja, seine Lebensgewohnheiten grundsätzlich zu hinterfragen, und nicht nur halbherzig an einzelnen Schräubchen zu drehen. Und da wird es anstrengend….

Irgendwie gebe ich meinen Freunden schon recht. Und irgendwie aber auch nicht. Für mich ist so ein Jahresanfang schon ein Zeitpunkt, an dem nicht nur das Jahr von neuem beginnt.

Schon allein von Berufswegen starten viele Dinge neu. Neue Zielformulierungen werden mit den Mitarbeitern vereinbart, bei mir speziell beginnt ein neues Haushaltsjahr, und irgendwie ist zum Jahreswechsel bei allen erst mal ordentlich Schwung drin.

Deshalb bin ich immer noch jemand, der sich zwar keine guten Vorsätze formuliert, aber einige wenige Ziele setzt. So auch in diesem Jahr. Für 2017 habe ich mir daher zwei Ziele vorgenommen.

  1. Ich werde die nächste Etappe des Jakobswegs gehen, diesmal den Schweizer Weg vom Bodensee zum Genfer See. Und das allein zieht schon einiges an Themen nach sich, die umgesetzt werden wollen.
    1. Ich muss fit genug sein, um täglich an die 30 km gehen zu können. Nach meiner letzten Pilgerreise bin ich die letzten 12 Monate zu einem rechten Couch-Potato geworden. Daher gibt es hier Handlungsbedarf. Mein konkreter Plan: Im Januar habe ich wieder angefangen, auf meinem Arbeitsweg eine S-Bahn-Station früher auszusteigen (bzw. später einzusteigen) und den Weg dazwischen zu Fuß zu gehen. Auch in der Mittagspause sollte es nach der Kältewelle wieder auf einen Spaziergang nach draußen gehen. Jetzt für den Februar habe ich wieder einen Schrittzähler aktiviert und nehme mir an 5 von 7 Tagen 10.000 Schritte vor. Der März soll dann der Monat sein, in dem ich wieder anfange regelmäßig Nordic Walking zu betreiben, und Mitte April geht es dann los. Soweit der Plan.
    2. Genf liegt bekanntlich in der französischen Schweiz. Nachdem ich plane, privat zu wohnen, sollte ich zumindest rudimentär des Französischen mächtig sein. Mein Schul-Französisch ist sehr rostig, daher habe ich mir vorgenommen, das wieder zu reaktivieren. Ich habe mir dazu schon einige Podcasts und Vokabel-Apps geladen und lerne meist morgens ein paar Wörter bzw. höre bei meinen Spaziergängen z. B. französische Nachrichten. Morgen höre ich mir dann noch ein Webinar an zum Thema “Eine Sprache in acht Wochen lernen”. Bon!
  2. Mein zweites Ziel ist die berufliche Umorientierung. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr risiko-avers bin, erwartet also nicht, dass ich meinen Job hinschmeiße und aussteige. Weit gefehlt. Aber den ersten Schritt in eine neue Richtung habe ich bereits getan.
    1. Ich habe meinen Gleitzeitvertrag gekündigt. Meine Überstunden gehören also jetzt wieder mir. Das heißt zwar weniger Geld, aber dafür den ein oder anderen freien Tag mehr für mich.
    2. Ich habe mich für die Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker für Psychotherapie angemeldet. Der Kurs beginnt im April und die Prüfung ist im Oktober. Ich träume momentan davon, meinen Job auf 4 Tage zu verkürzen, und zum Einstieg einen Tag zu “praktizieren”. Ich würde dabei sehr gerne in Richtung der Behandlung von Essstörungen gehen. Zur Einstimmung hab ich mir schon ein dickes Buch gekauft und höre täglich Podcasts zum Thema Psychotherapie.

Warum erzähle ich das alles? Das weiß ich selbst nicht so recht. Vielleicht weil ich selbst so begeistert bin. Weil ich gerade merke, wie toll es sich anfühlt, wenn man sich Ziele setzt, deren Umsetzung einen begeistert. Und das ist – denke ich – der Schlüssel für die guten Vorsätze, oder vielmehr das Leben an sich. Wenn mich ein Thema nicht begeistert, dann hilft auch kein guter Vorsatz. Wenn ich keinen konkreten persönlichen (ideellen) Nutzen von etwas habe, tu ich mir schon extrem schwer, dabei zu bleiben. Daher war ich z. B. auch schon dreimal in einem Fitnessstudio (Anmeldung immer im Januar!) angemeldet und nach wenigen Wochen wieder raus. Ich kann nichts anfangen mit “ich nehme mir vor, jetzt wieder zweimal die Woche laufen zu gehen”. Sehr wohl motiviert mich aber der besagte Jakobsweg und die damit notwendige Vorbereitung. Was ich damit sagen möchte ist, dass jeder, der bisher immer daran gescheitert ist, seine Vorsätze längerfristig zu manifestieren, keine Niete ist, sondern eventuell einfach der Sinn bzw. der konkrete Wunsch dahinter gefehlt hatte.

Ich hoffe, ich habe den ein oder anderen wieder motiviert, sich Neues vorzunehmen. Das Leben bietet unendlich viele Möglichkeiten und ist viel zu spannend, um einfach jedes Jahr so weiter zu machen wie im letzten Jahr. Bleibt also neugierig!

P.S.: Ich würde mich hier explizit sehr über Feedback in Form von Kommentaren freuen.

 

 


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