Ich will Nähe II

Alle, die meinen 2-tägigen Olivenöl-Blog-Turnus erkannt haben und heute auf das nächste Kapitel warten, muss ich leider enttäuschen. Nachdem emotional so viel los ist, will ich heute noch mal „Wollen“ 😉

In einer Partnerschaft ist für mich eine innige Vertrautheit essentiell. Damit meine ich nicht, dass mein Partner ins Bad kommen darf, während ich auf der Toilette sitze, nein! Es geht vielmehr um uneingeschränktes Vertrauen. Vertrauen, dass man sich der Liebe und Unterstützung des anderen gewiss sein kann, egal was kommt. Dass man für das, was man ist, nicht nur akzeptiert, sondern gerade deshalb geliebt wird.

Mein Partner soll mein Vertrauter sein, mit dem ich alle Ängste, Sehnsüchte, Wünsche und Träume teilen kann. Der mir immer nah ist, egal wo er ist und was er tut. Es ist nicht notwendig, ständig aufeinander zu hocken, jedes Hobby miteinander zu teilen, wahrscheinlich muss man dafür nicht mal in der selben Stadt wohnen. Ich denke man kann sich emotional sehr nah sein, auch wenn man es körperlich nicht ist.

Ich plädiere nicht für die Fernbeziehung, oh nein! Da würde ich ja Teil 1 meines „Ich will Nähe“ Blogs konterkarieren. Ich denke nur, dass emotionale Nähe noch wichtiger ist als körperliche. Ich will mit meinem Partner über wirklich alles reden können, keine Geheimnisse voreinander haben, das Gefühl haben, dass dort alles gut aufgehoben ist und ich mit allem willkommen bin, auch wenn es weh tut. Dann habe ich Vertrauen und fühle mich geliebt.

Wie kann man aber einem anderen Menschen vertrauen, wenn man sich selbst gegenüber kein Vertrauen hat? Wenn man sich selbst nicht für liebenswert hält, ständig nach Perfektionismus strebt? Bin ich schön genug, schlank genug, erfolgreich genug, klug genug, interessant genug? Genug, genug, genug? Was ist schon genug?

Wenn das Vertrauen in die eigene Person fehlt, man sich selbst eben nicht genug ist, wird man nie glauben können dem anderen zu genügen. Es bleiben immer Zweifel, Misstrauen, Eifersucht, Angst. Ohne Selbstvertrauen, Selbstliebe, Selbstmitleid, oder wie man es auch immer nennen mag, kann es daher meiner Meinung nach keine innige Vertrautheit zum Partner geben. Aber daran kann man arbeiten.


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