Olivenöl Teil 35 – Erste Verkostung im Edeka

Heute war also die Feuerprobe. Meine erste Olivenölverkostung. Ich war sehr aufgeregt. Ob die Leute mein Öl mochten und auch bereit waren, meinen Preis zu zahlen?

Kurz von 9 hab ich also meinen Wagen mit Olivenöl und Utensilien für die Verkostung beladen und bin zum Edeka gedüst. Vor Ort wurde ich nicht nur sehr freundlich empfangen, sondern es wurde mit beim Aufbau geholfen und auch danach immer wieder gefragt, ob ich noch etwas bräuchte. An dieser Stelle herzlichen Dank an Herr und Frau Schmidt für die große Unterstützung und unkomplizierte Art, die mir bei meiner Premiere sehr geholfen hat!

Ich hab natürlich als erstes neugierig ins Regal geschaut, ob mein Öl schon zum Verkauf stand. Da isses!

Regal

Dann ging es an den Stand bestücken: Brot kaufen und aufschneiden, Tischdeckchen, Infomaterial, Visitenkarten, und natürlich das Öl. So sah das dann kurz vor 10 Uhr aus:

Stand

Man bemerke die Kühltheke an der linken Seite….Mann hab ich trotz warmer Klamotten gefroren. Aber jetzt, wie war’s?

Es war ein erfolgreicher und auch sehr lehrreicher Tag. Erfolgreich, da ich 21 Flaschen Öl verkaufen konnte, und einigen, die derzeit kein Öl brauchten, Visitenkarte und Infomaterial mitgeben konnte. Alle Probanden waren insbesondere vom Koroneiki sehr begeistert.

Und lehrreich, weil ich reichlich Zeit für Sozialstudien hatte. Was ich da heute erlebt habe hinterlässt bei mir den Glauben, dass es nur wenige Menschen gibt, die ich als offen und freundlich bezeichnen würde. Ungelogen, ca. 80% der Leute, die ich lächelnd begrüßt hatte, haben mich komplett ignoriert. Kein Blick, kein Gruß, heftigst in das Mobiltelefon, auf den Einkaufszettel oder das gegenüberliegende Regal blickend.

Einige habe ich gar dabei ertappt, wie sie, mich erblickend, kehrt gemacht haben, um dann zwei Regale später auf Umwegen und möglichst weit weg von mir wieder zu erscheinen. Ich hoffe, sie haben trotzdem alles bekommen was sie brauchten…

Einige wenige, die sich doch bequemt haben einen Gruß zu murmeln, hatten gerade gefrühstückt, noch nicht gefrühstückt oder keine Zeit.

Die wenigsten waren in der Lage einfach „nein, vielen Dank“ zu sagen. Ist denn das so schwer? Ich war zwischendrin mal kurz davor ein „Guten Morgen“ in den Laden zu brüllen, habs dann aber doch gelassen und mir die Laune nicht verderben lassen.

Verkauf

Den Vogel hat im übrigen eine Dame abgeschossen, die, als sie hörte, dass das Öl aus Griechenland kam, meinte, sie würde eher eine Bombe auf Griechenland werfen als etwas von dort zu kaufen. „Schöne Grüße an Ihren Chef!“ Sorry, da musste ich lachen.

Die Koster waren durchweg begeistert, das hat mich sehr gefreut. Mir ist auch ohne einen Verkauf einfach wichtig, dass mir mein Gefühl bestätigt wird, hier das richtige zu machen. Vielen Dank an diese freundlichen Menschen.

Die Feuerprobe habe ich jedenfalls bestanden, und ganz so schlimm war der Verkauf als „Kaltakquise“ auch nicht. Das war nicht das letzte Mal!


Kommentare

Olivenöl Teil 35 – Erste Verkostung im Edeka — 3 Kommentare

  1. Amüsant zu lesen, was du bei deiner ersten Verkostung erlebt hast. Wünsch dir noch viele weitere interessante Verkostungen und Sozialstudien 🙂

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