Olivenöl Teil 23 – Auf dem Amt

In Teil 17 – Personalhygiene hatte ich ja bereits berichtet, dass ein Besuch im Gesundheitsamt notwendig ist, wenn man gewerblich mit Lebensmitteln hantiert. Ich bin im Landkreis Landsberg am Lech ansässig und musste daher dorthin. Und das ist auch gut so. Im Gegensatz zur Großstadt München kennt man die Angestellten hier noch mit eigener Durchwahl, Emailadresse und Namen – keine Anonymität oder Nummern ziehen.

Nachdem ich mit der Sachbearbeiterin bereits im Vorfeld ein nettes und informatives Telefongespräch hatte und somit schon genauestens mit Infos und individuellem Anfahrtplan ausgestattet war, bin ich also kurz vor Weihnachten, an einem wunderschönen sonnigen Nachmittag gen Landsberg gefahren.

Das Gesundheitsamt ist auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses angesiedelt, irgendwo versteckt in der hintersten Ecke. Daher hatte ich auch eine persönliche Anfahrtsbeschreibung der Sachbearbeiterin bekommen. So schwierig war es aber dann doch nicht…

EingangSchild

Was soll ich sagen, ich kam ins Amt und die Dame wusste nicht nur wer ich war, sondern konnte sich auch daran erinnern, dass ich in Sachen Olivenöl unterwegs bin. Es ergab sich ein nettes Gespräch über den Vorweihnachtstrubel in Landsberg (ja ist denn heid scho Weihnachten!) und vegane Weihnachtsküche, und dann hab ich mich ins Wartezimmer gesetzt.

Zimmer

Werde ich nun belehrt oder gewartet? 😉 Naja, das Amt ist wirklich sehr klein…

Pünktlich um 15 Uhr erschien die Dame wieder und berichtete zunächst ca. 10 Minuten darüber, wie man sich in der Lebensmittelbranche bei Krankheiten zu verhalten hat. Im Gegensatz zum Büroangestellten, der sich meist für unersetzlich hält und auch mit ordentlicher Erkältung noch Umwelt und Kollegen nötigt, versteht man beim Umgang mit Lebensmitteln keinen Spaß. Vor allem bei Durchfallerkrankungen und Husten hat man umgehend zum Arzt zu gehen. Wusstet Ihr dass Tuberkulose bei uns noch ein Thema ist? Also ich nicht.

Nach der kurzen Belehrung folgte dann ein 21-minütiger Film, der den Arbeitsablauf in einer Großküche zeigte. Es wurde alles behandelt, von der Anlieferung der Waren, über die Kühlung, die Zubereitung, die Reinigung des Arbeitsplatzes, bis hin zum Servieren und Aufbewahren der Reste bzw. Entsorgung. Zugegeben, ich fülle ja nur mein Olivenöl ab, trotzdem fand ich den Film interessant und ich habe durchaus noch Dinge explizit verstanden, die man eigentlich für selbstverständlich hält. Z. B. dass man Geflügel getrennt von anderen Lebensmitteln verarbeitet, dass man bei der Aufbewahrung immer das älteste vorne platziert und am besten unterschiedliche Lebensmittelkategorien unabhängig voneinander lagert. Das kann man auch in der eigenen Privatküche anwenden.

Nachdem der Film zuende war, hab ich brav DVD-Player und TV ausgestellt (die Sachbearbeiterin hat mich allein gelassen, sie kennt den Film wohl schon) und bin in ihr Büro zurück. Dort erhielt ich nun meine begehrte Bescheinigung gegen 14 Euro in bar.

Bescheinigung

Damit darf ich nun auch spätere Angestellte in Lebensmittelhygiene unterweisen. Und das Schreiben muss immer griffbereit sein, falls die Lebensmittelkontrolle vorbeikommt.


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