Kräuterwanderung – Frühlingswildkräuter

Ich hatte an anderer Stelle schon einmal meine Begeisterung für Kräuter erwähnt, ein Grund, warum ich auf meinem Balkon der Kräuterfraktion auch immer einen großen Platz einräume. Aber auch außerhalb des heimischen Balkons gibt es je nach Jahreszeit eine Menge nicht nur leckerer, sondern auch extrem gesunder Kräuter, die direkt am Wegesrand wachsen. Die meisten davon haben so viele Inhaltsstoffe, dass man das meiste Blattgemüse aus dem Laden getrost stehen lassen könnte!

Nachdem ich so gut wie gar keine Wildkräuter erkennen kann, geschweige denn weiß, wie und wofür sie verwendet werden können, habe ich kürzlich an einer geführten Kräuterwanderung teilgenommen. Wanderung ist dabei eigentlich zu viel gesagt. Wie haben innerhalb von 100m Wiesenweg (nahe Ammersee) schon so viele Kräuter gefunden, dass wir nicht weit gelaufen sind. Informativ war das aber in jedem Fall. Daher möchte ich hier mein neues Wissen gerne teilen.

Los geht es mit dem Gänsefingerkraut (Bild 1) bzw. dem kriechenden Fingerkraut mit fünf Blättern, wie eine Hand (leider etwas unscharf). Beide Pflanzen beinhalten viele Gerbstoffe und sind daher gut bei Beschwerden von Magen und Darm. Außerdem wirkt die Pflanze entzündungshemmend. Genossen werden kann sie z. B. als Tee oder auch als Beigabe im Salat.
Zusatzinfo von Wikipedia.org: Hilfreich bei Durchfall, Blutungen und Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Außerdem bei Wadenkrämpfen, sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen.

 

 

 

 

 

 

Direkt daneben wächst gleich das nächste, sehr wertvolle,Wildkraut: die Brennnessel (leider ohne Bild, aber die kennt wirklich jedes Kind). Ich wusste ja, dass diese Pflanze essbar ist und ich schätze auch den Tee, dass sie aber Unmengen an wertvollen Inhaltsstoffen hat, war mir neu. Sie hat z. B. einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, sowie Vitamin A und C, und Eisen! Außerdem enthält sie sehr viel Eiweiß. Also rein in die Handschuhe und raus zum Sammeln. Nach kurzem Blanchieren der jungen Blatttriebe muss man sich auch um die Brennhaare keine Gedanken mehr machen. Super gesunde Alternative zu Spinat!

Das nächste Kraut ist nicht minder bemerkenswert, wenn auch von vielen als Unkraut verschrieen – der Giersch. Nachdem es einige sehr ähnliche, aber leider giftige Nachbarn gibt, ist es wichtig, die Merkmale des Giersch zu kennen. Er hat einen dreikantigen Stängel, eine dreigeteilte Blätterstaude mit jeweils drei Blättern. Also alles drei, drei, drei! Schmecken tut er saulecker und kann als Alternative zu Petersilie verwendet werden. Außerdem kann man ihn zu Pesto verarbeiten oder auch milchsauer einlegen (siehe meinen Blogeintrag unter meiner Küche). Man verwendet in der Hauptsache die jungen Blätter, gerne auch als Spinatersatz. Giersch gilt als Gichtkraut und soll gegen Rheuma und Arthritis, krampflösend, entgiftend und blutreinigend wirken.

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes kommt das Wiesenlabkraut. Zu erkennen ist es an den nadelförmigen Blättern am Stielanfang, verwendet werden aber in der Hauptsache die Blüten, sowohl für süße und saure Speisen. Das gelbe Labkraut ist zwar gesünder und gilt als Heilkraut, das Wiesenlabkraut schmeckt aber sehr lecker und sieht auch gut auf Speisen aus.

Das nächste Kraut sieht dem Giersch bzgl. des Blütenstandes sehr ähnlich, an den feinen Blättern (heißt auch Tausendblatt) ist die Schafgarbe aber deutlich zu erkennen. Die Pflanze gilt als Wundkraut und hilft bei Magenproblemen. Den Namen hat es daher, dass auch Schafe bei Magenbeschwerden das Kraut fressen. Man verwendet vorwiegend die Blüten, z. B. als Tee.

Die nächste Pflanze ist wieder weithin bekannt, der Wiesenklee. Schon als Kind habe ich immer an den süßen Blütenblättern gesaugt. Es werden auch in der Tat nur die Blütenblätter verwendet, sie machen optisch und geschmacklich im Salat einiges her. Neu für mich war, dass die Pflanze einen östrogenähnlichen Stoff beinhaltet und daher gerne in den Wechseljahren als Tee Anwendung findet.

Für mich völlig neu ist der Wiesenbärenklau. Der Name kommt von den großen, klauenartigen Blättern. Gehackt findet er Verwendung in Suppen und Salat, und ist sehr aromatisch. Man nennt ihn auch Wiesenrhabarber (siehe das zweite Bild mit dem Stengel). Es kann die ganze Pflanze verwendet werden.

 

 

 

 

 

 

Sowohl der Breitwegerich als auch der Spitzwegerich sind am Wegesrand und in den Wiesen häufig zu finden. Selbst ich kenne die Pflanze als wirksam gegen Entzündungen, Mückenstichen und Sonnenbrand, sie kann aber auch als Hustentee verwendet werden. Am Besten wird dazu ein Kaltauszug gemacht, d. h. zerkleinern und für ca. 2 Stunden in kaltem Wasser einlegen.


 

 

 

Das Gänseblümchen ist nicht nur hübsch, sondern wirkt auch entgiftend bzw. entschlackend. Es kann roh im Salat oder auch als Tee verwendet werden.

Gleiches gilt auch für den Löwenzahn. Er ist auch als Gallenkraut bekannt und wirkt verdauungsfördernd. Verwendet werden dazu vor allem die Blätter, roh im Salat oder auch als Tee.

Momentan noch unscheinbar ist das Johanniskraut, das später im Jahr schön gelb blüht. Erkennbar ist es auch an den kleinen Löchern in den Blättern, die man sieht wenn man das Blatt gegen die Sonne hält. Bekannt ist die Pflanze vor allem als Antidepressivum, in Öl eingelegt kann es aber auch gegen Verbrennung und Mückenstiche verwendet werden. Es werden dabei nur die Blüten verwendet. Wikipedia hat hier einiges mehr zu sagen, am Besten mal direkt nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Johanniskraut

Der Nelkenwurz war mir dem Namen nach nicht bekannt, die Pflanze kannte ich aber. Hier sind die Blätter und auch die Wurzeln essbar. Wie der Name schon sagt, hat das Kraut einen leichten Nelkengeschmack.

Als letztes möchte ich noch die Knoblauchsrauke vorstellen. Hier werden die Blätter verwendet, die gemäß dem Namen einen leichten Knoblauchgeschmack haben – sehr lecker im Salat.

 

 


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